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  • Fehler beim Häkeln von Pullovern vermeiden – 7 Tipps

    Fehler beim Häkeln von Pullovern vermeiden – 7 Tipps

    Lesedauer 7 Minuten

    Fehler beim Häkelpullover vermeiden: 7 Gründe, warum er nicht passt


    Ich könnte diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich nicht selbst all diese Fehler bei Pullovern gemacht hätte. Heute zeige ich dir, wie du genau diese Fehler vermeidest – damit dein nächster Pullover wirklich passt.
    Nachdem ich eine Kinderdecke und ein paar kleine Sachen für meine Kinder gehäkelt hatte, wollte ich endlich mal etwas für mich häkeln- ein richtiges Kleidungsstück.

    Und dann sah ich sie: eine wunderschöne kostenlose Anleitung für eine Jacke aus dünner Sockenwolle.
    Ich dachte nur: „Wow, die ist perfekt, die muss ich unbedingt nachhäkeln.“

    Damals war ich überzeugt, dass mir Rot besonders gut steht – weil ich mir eingebildet hatte, ein „Herbsttyp“ zu sein. Tja, das war schon mein erster Fehler.

    Der zweite folgte sofort: Ich hatte noch überhaupt keine Ahnung, wie man eine Passform richtig anpasst. Das Ergebnis? Oberarme, die viel zu voluminös geraten sind, und unter den Achseln ein Zuviel an Stoff, das Falten schlägt wie ein schlecht sitzendes Zelt.

    Es war meine allererste Häkeljacke. Ich liebe sie trotzdem – und zu Hause trage ich sie immer noch als meine „Wohlfühl-Jacke“. Aber ganz ehrlich? Unter Leute würde ich mich damit nicht trauen.

    Und ich weiß: So geht es vielen.
    Du wählst eine Farbe, die im Garnladen glitzert und verlockend aussieht, aber zuhause merkst du, dass sie dir überhaupt nicht steht. Oder du stellst beim ersten Anprobieren fest: Der Pulli sitzt wie eine Wurstpelle oder hängt schlaff herunter wie ein Kartoffelsack.

    Wenn du Glück hast, landet das Stück noch als Kuschelteil auf dem Sofa. Oft aber verschwindet es frustriert im Kleiderschrank – zu schade zum Wegwerfen, zu peinlich zum Tragen.

    Und das passiert nicht nur Anfängerinnen!
    Auch Menschen, die seit Jahren häkeln und schon zig Projekte geschafft haben, tappen immer wieder in dieselben Fallen. Viele glauben sogar: „Pullover können beim Häkeln gar nicht besser passen, das ist halt so.“

    Aber das stimmt nicht.
    Es gibt Spielraum. Und auch wenn Häkeln nicht ganz so flexibel ist wie Stricken – du kannst unglaublich viel rausholen.

    Genau deshalb möchte ich dir heute die 7 Hauptgründe zeigen, warum Häkelpullover oft nicht passen – und wie du diese Fehler vermeidest, damit dein nächster Pulli ein echtes Lieblingsteil wird.


    Dein Körper ist keine Konfektionsgröße – miss an dir selbst!

    Sag mal, wie machst du das? Wenn du eine neue Anleitung in der Hand hast?
    Fragst du dich: „Hm, mir passt doch immer Größe M – also nehme ich auch hier M, das wird schon passen?“
    Oder schaust du auf den Brustumfang in der Anleitung? Denkst „Das ist mein Brustumfang! Das passt dann schon“, und häkelst einfach los?

    Vielleicht folgst du auch dem Tipp, den viele Designerinnen geben:
    Du holst dir einen gut sitzenden Pullover aus dem Schrank, misst ihn aus, vergleichst die Werte mit der Anleitung – und legst los.

    Klingt alles logisch, oder?
    Kann aber zum größten Fehler führen, den du machen kannst.

    👉 Du musst deine Maße direkt an deinem Körper nehmen.
    Nicht an einem gekauften Pulli, nicht nur deinen Brustumfang, sondern an dir selbst alle wichtigen Maße.

    Und du musst wissen, welche Maße wirklich wichtig sind.
    Ja, der Brustumfang ist wichtig – aber nur darauf zu achten reicht nicht. Damit wird dein Pullover zu einem Lotterie- Spiel: Meistens wird er nicht richtig passen.

    Ich selbst hatte vor eine paar Jahren ein Aha-Erlebnis:
    In einem Forum habe ich eine Strickdesignerin (mit Erfahrung im Maßnehmen für den perfekten Pullover) befragt. Ich wollte von ihr wissen, ob es wirklich sein kann, dass meine Schultern Konfektionsgröße S haben, meine Brust aber M und meine Hüfte schließlich in Richtung L geht.

    Und weißt du was? Sie hat geantwortet: „Ja, das ist sehr gut möglich“.
    Seitdem weiß ich: Mein Körper passt in keine Schablone. Und genau deshalb darf mein Häkelpulli auch nicht einfach „Größe M“ sein.

    Blind der Anleitung vertrauen ist der Anfang vom Ende

    Häkelst du einfach blind nach Anleitung? ❌ Großer Fehler.

    Denn dein Körper hält sich nicht an die Größenlogik einer Designerin.
    Du musst genau schauen, an welcher Stelle du deine Größe wechselst – vielleicht fängst du mit S an den Schultern an, gehst über zu M an der Brust und landest bei L an den Hüften. Oder umgekehrt.

    Und genau dafür brauchst du die Erkenntnisse aus Fehler Nr. 1: „Dein Körper ist keine Konfektionsgröße – miss an dir selbst!“.

    Es reicht eben nicht, eine Anleitung stur „runterzuhäkeln“ wie ein Kochrezept.
    👉 Du musst sie anpassen. Größen mischen, Übergänge planen, hier und da ein paar Maschen zu- oder abnehmen.

    Klar, das klingt erst mal nach „Rumgedoktere“. Aber genau dieses Anpassen macht am Ende den Unterschied zwischen einem Pulli, der im Schrank versauert, und einem Pulli, den du voller Stolz trägst.

    Und ich weiß: Das ist nichts für absolute Anfänger.
    Dafür solltest du schon wissen, wie man Zu- und Abnahmen häkelt – und keine Angst davor haben, auch mal eine Anleitung für dich umzuschreiben.

    Wie geht’s dir damit? Wie gefällt dir der Gedanke? Schreib mir das in die Kommentare!

    Maschenprobe ignoriert? Dann kannst du auch Lotto spielen.

    Der schlimmste Fehler, den du machen kannst? ❌
    Die Maschenprobe ignorieren.

    Ich weiß, du denkst jetzt vielleicht Das habe ich schon 1.000 Mal gehört!“ Es wird aber auch immer noch 1.000 Mal zu oft falsch gemacht. Deshalb ist die Maschenprobe in meinen Anleitungen immer wieder ein Thema. Und das hat einen guten Grund: Ohne Maschenprobe ist dein Pulli reine Glückssache.

    Viele denken für die Maschenprobe reicht es: ein 10 cm×10 cm Stück zu häkeln, einmal kurz messen, fertig.

    Was viele vergessen:
    👉 Du musst die Probe waschen, trocknen und nochmal messen.
    👉 Du solltest auch am wachsenden Häkelstück immer wieder nachmessen und kontrollieren, ob die Maße noch passen.

    Die Wahrheit ist nämlich: Dein gesamter Pullover ist sonst am Ende eine große Maschenprobe.
    Merke dir das: Wenn du die kleine Maschenprobe ignorierst, dann wird dein Pulli automatisch zur großen Maschenprobe – mit all den bösen Überraschungen, die das mit sich bringt.

    Ich könnte da jetzt noch genauer werden aber – das alles sprengt hier den Rahmen.
    Aber glaub mir: Das ist so wichtig, dass ich dazu noch einen eigenen Artikel schreiben werde.

    Für dich hier und heute reicht die wichtigste Erkenntnis:
    👉 Ohne Maschenprobe kannst du gleich Lotto spielen.

    Falsches Garn = Pulli für die Tonne

    Über die richtige Garn- Wahl habe ich schon einmal in einem Artikel zum Thema Kinderkleidung geschrieben – und vieles davon gilt genauso für Erwachsene. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung, worauf du achten solltest.

    👉 Die richtige Garnstärke
    Das Garn sollte von der Stärke (Dicke) her zu deiner Anleitung passen. Klingt banal. Aber das ist in Deutschland gar nicht so einfach. Und ich werde dazu auch noch einen Blogartikel schreiben, damit es dir beim nächsten Mal einfacher fällt das richtige Garn zu finden.

    👉 Das Tragegefühl
    Ein Garn, das kratzt oder in dem du sofort schwitzt, ist ein No-Go. Dein Pullover soll ein Wohlfühlteil werden – nicht ein Teil, das du nach zehn Minuten wieder ausziehst.

    👉 Der Maschenproben-Test
    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Schon in der Maschenprobe zeigt sich, ob ein Garn wirklich geeignet ist.

    Ich erinnere mich noch genau an einen Pulli, den ich häkeln wollte. Mit der Wolle habe ich zwar die Maschenprobe „hinbekommen“. Die Zahlen haben also gestimmt. Aber das Ergebnis? Viel zu steif. Für einen Pullover, der schön fallen sollte, völlig ungeeignet.

    Kurz gesagt: Es geht nicht nur darum, ob du die Maschenprobe irgendwie erreichst. Es geht darum, wie sich das Garn verhält. Ob es einen schönen Fall hat oder ob es dein Pulli später aussehen lässt wie eine Ritter- Rüstung🤣(ich weiß etwas übertrieben, aber ich fand den Vergleich einfach nur klasse) .

    Wenn du tiefer einsteigen willst: Im oben verlinkten Kinderartikel findest du schon viele Tipps, und bald folgt noch ein ausführlicher Beitrag speziell zur Frage: Welches Garn eignet sich am besten für Pullover?

    Zwischenanprobe? Ohne bist du aufgeschmissen.

    „Diesen Fehler machen wahrscheinlich die wenigsten“, denkst du vielleicht. Aber auch eine Zwischenanprobe muss richtig gemacht werden. Ich habe es einmal nicht richtig gemacht 🥹. Den Pulli habe ich bis heute nicht getragen und schwanke zwischen „Ich ziehe ihn an – außer mir sieht das eh keiner“ und „Ich will es aber perfekt haben!“

    Was habe ich bloß falsch gemacht? Ich habe den Pullover erst ganz zum Schluss gewaschen 🙈. Die schönen Brustabnäher saßen vorher perfekt, aber danach viel zu weit unten.

    Deshalb: Denk daran, den Pullover zwischendurch während des Strick- oder Häkelprozesses zu waschen. So kannst du sicherstellen, dass die Passform auch nach dem Waschen noch perfekt bleibt.

    Um die Passform während des Strick- und Häkelprozesses optimal zu überprüfen, empfehle ich Top-Down-Pullover und -Jacken. Diese Oberteile werden von oben nach unten gestrickt oder gehäkelt.

    Schau dir dazu das Video von meinem Étoile Sweater auf Instagram an (Video wird noch veröffentlicht). Hier siehst du ein Vorher-Nachher von meinem Sternenmuster-Pullover. Hättest du das gedacht?

    Waschen verändert ALLES – auch deine Maschenprobe.

    Dass es Sinn macht, den Pullover zu waschen, weil sich das Garn durchs Waschen verändert, habe ich dir bereits erklärt. Aber Waschen ist nicht nur während der Entstehung deines Pullovers sinnvoll, sondern schon viel früher.

    Ob du das passende Garn und die richtige Häkelnadel gewählt hast, zeigt dir deine Maschenprobe. Vergiss nicht, die Maschenprobe ebenfalls zu waschen.

    Manchmal merkst du, dass das Garn überhaupt nicht zur Anleitung passt.

    Außerdem empfehle ich, die Maschenprobe vor und nach dem Waschen auszumessen. Notiere beide Werte und halte sie griffbereit, während du deinen Pullover häkelst oder strickst.

    Denn es kann passieren, dass dein Pullover plötzlich eine andere Maschenanzahl pro Zentimeter und Reihe aufweist. Das fällt dir jedoch nur auf, wenn du deine Maschenprobe schon vor dem Waschen ausgemessen hast.

    Und damit dein Pullover trotz korrekter Maschenprobe perfekt sitzt, solltest du immer deinen ungewaschenen Pullover mit der ungewaschenen Maschenprobe abgleichen.

    Du musst wissen, welche Körperform du hast

    Jetzt kommt ein Fehler, den selbst viele Strick- und Häkelexperten machen. Doch du kannst ihnen keinen Vorwurf machen, denn in der deutschen Literatur über Stricken und Häkeln wird dieses Thema nur am Rande behandelt.

    Meist wird in Frauenzeitschriften darüber geschrieben, ob du Typ Apfel oder Birne bist. Oder hast du gar eine A oder H- Form?

    Das ist alles nicht ganz unwichtig, wenn es um die beste Passform für deinen Pullover geht. Aber noch wichtiger sind deine Schultern.

    Welche Silhouette bildet deine Schulter?

    • Hast du eine schräge Schulter?
    • Hast du eine gerade Schulter?

    Wenn du eine schräge Schulter hast und eine Anleitung für eine gerade Schulter nachhäkelst, wird sie dir nicht richtig passen. Das kann dazu führen, dass sich unter den Achseln zu viel Stoff sammelt. Eine Followerin schrieb mir dazu: „Ich bin manchmal unzufrieden mit den Ärmeln unter den Achseln, weil sie oft zu dick sind. Allerdings ist das bei deinen Anleitungen nicht der Fall.“

    Wenn sie das hier liest, hat sie vielleicht herausgefunden, warum manche Pullover ihr nicht passen.

    Alle anderen Formen wie A, H, Birne oder Apfel kannst du anhand deiner Körpermaße bestimmen. Soll ich zu diesen Figurtypen einen weiteren Blogartikel verfassen?


    Fazit: Dein Häkelpullover kann passen – richtig gut sogar!

    Alle 7 Fehler, die ich dir gezeigt habe, sind absolut vermeidbar. Und das Beste? Du musst dafür keine Profi-Designerin sein. Mit ein wenig mehr Wissen darüber, worauf es beim Maßnehmen ankommt, der richtigen Garnwahl und der Anpassung der Anleitung entsteht ein Pullover, der nicht nur perfekt sitzt, sondern den du auch wirklich gerne trägst.

    Denn ein gut sitzender Häkelpullover ist kein Hexenwerk. Es ist einfach das Ergebnis von ein paar klugen Entscheidungen und dem Mut, deine eigene Körperform ernst zu nehmen. Du verdienst ein Kleidungsstück, das dich nicht nur wärmt, sondern auch stolz macht.


    Wie ich dir helfen kann

    Du willst wissen, wie du deine Maße richtig nimmst – Schritt für Schritt, ohne Rätselraten? Dann trag dich in meinen Newsletter ein!

    Dort erfährst du als Erste*r, wann mein Mini-Kurs zum Maßnehmen verfügbar ist.

    Wichtig: In diesem Kurs lernst du nur, wie du deine Körpermaße richtig erfasst – wir häkeln noch keinen Pullover. Aber mit diesem Wissen bist du perfekt vorbereitet für alles, was danach kommt.

    Ein größerer Kurs, in dem wir gemeinsam einen Pullover häkeln, ist schon in Planung.


  • Welche Pullover- Arten kann man häkeln?

    Welche Pullover- Arten kann man häkeln?

    Lesedauer 8 Minuten

    Ein Pullover ist doch ein Pullover – oder?

    Als ich mit dem Häkeln angefangen habe, wollte ich einfach nur einen Pullover häkeln. Einen ganz normalen. So einen, den man über den Kopf zieht, der an den Ärmeln sitzt und schön warm hält. Ich dachte, Pullover sind halt… Pullover. Mal mit V-Ausschnitt, mal mit Rollkragen – klar, das kannte ich. Aber dass es ganz unterschiedliche Grundformen gibt? Keine Ahnung. Ich war völlig ahnungslos.

    Mein erster Versuch war ein T-förmiger Pullover für meine Kinder. Total simpel: ein Schlitz oben, ein Knopf, damit der Kopf durchpasst – fertig. Ich wusste es ja nicht besser. Und irgendwie war das auch okay. Der Pullover war warm, sah niedlich aus, und ich war stolz.

    Dann wollte ich meine erste Jacke häkeln. Ich dachte: „Größe M passt mir, also häkle ich Größe M.“ Klingt logisch, oder? Aber nur weil ich sonst Größe M trage, heißt das nicht, dass die Jacke auch perfekt sitzt. Sie war kein T-Schnitt mehr, sondern ein Raglan-Modell – und ich liebe sie bis heute. Auch wenn die Ärmel viel zu weit sind und ich bei der Farbe total danebenlag (Rot steht mir einfach nicht, aber hey, man lernt dazu). Trotzdem trage ich sie zu Hause, weil sie meine erste richtige Jacke war.

    Ein Pullover ist eben nicht einfach nur ein Pullover!

    Kurz gesagt: Ein Pullover ist eben nicht einfach nur ein Pullover. Es gibt so viele verschiedene Formen. Und nicht jede passt zu jedem Körper. Manche betonen Stellen, die man lieber kaschieren würde. Andere sitzen perfekt, weil sie genau auf eine bestimmte Körperform abgestimmt sind.

    In diesem Artikel zeige ich euch die wichtigsten Pulloverarten, die man häkeln kann. Ich erkläre euch ganz kurz, wie sie aufgebaut sind, und habe euch kleine Skizzen dazu gemacht – damit ihr euch besser vorstellen könnt, wie sie am Körper wirken. Natürlich ist das nur eine grobe Orientierung, denn wir sind alle unterschiedlich: manche von uns haben eher eine H-Form wieder andere sind der Typ Sanduhr. Vielleicht habt ihr davon schon gehört?

    Also: Lasst euch inspirieren, schaut euch die Formen an, und findet heraus, welcher Pullover zu euch passt. Die Details, Vor- und Nachteile kommen später. Heute geht’s erstmal um den Überblick. Und glaubt mir: Es lohnt sich, da genauer hinzuschauen.


    T-förmiger Pullover – der einfachste Einstieg ins Pullover-Häkeln

    In meinem letzten Blogartikel habe ich diese T- Pullover schon etwas genauer beleuchtet.

    Eine einfache, stilisierte Form eines hellblauen T-Shirts auf weißem Hintergrund - vermittelt ein minimalistisches und klares Design.

    Lasst uns ganz vorne anfangen. Wenn du noch nie einen Pullover gehäkelt hast und einfach mal loslegen willst, dann ist die T-Form dein bester Freund. Wirklich – einfacher geht’s nicht.

    Die T-Form besteht aus zwei identischen, T-förmigen Teilen: ein Teil für den Rücken und ein Teil für die Vorderseite. Die werden dann an den Schultern und an den Seiten zusammengenäht. Fertig. Kein Schnickschnack, keine komplizierten Techniken. Einfach nur gerade Linien und ein Schlitz oben für den Kopf.

    Diese Pulloverform ist ideal, wenn du gerade erst ins Häkeln von Kleidung einsteigst. Du brauchst keine Ahnung von Zunahmen, Abnahmen oder verkürzten Reihen. Du musst nicht wissen, wie man Rundungen formt oder eine Passform konstruiert. Du häkelst einfach geradeaus – und am Ende hältst du ein einigermaßen tragbares Oberteil in den Händen.

    Wenn du aber bereits weißt, wie Zu- und Abnahmen gehäkelt werden, lohnt sich eine gut durchdachte Anleitung – wie die, die du bei mir findest. Schritt für Schritt erklärt, mit Foto- und Video-Tutorials an den kniffligen Stellen, damit du wirklich sicher durchkommst. Und bald kommt auch eine anfängerfreundliche Anleitung für eine Rundpasse dazu, die ich hier natürlich verlinken werde, sobald sie fertig ist.

    Die T-Form ist vor allem spannend für alle, die selbst kreativ werden wollen. Wenn du Lust hast, eigene Schnitte zu entwerfen oder einfach mal ausprobieren möchtest, wie Kleidung entsteht – dann ist das hier dein perfekter Startpunkt.

    Bleistiftzeichnung einer Person mit schulterlangem Haar, die lächelt und die Hände in die Hüften gestemmt hat. Sie trägt ein kurzärmeliges Shirt und wirkt selbstbewusst sowie entspannt.

    Ich habe dir eine kleine Skizze daneben gepackt, damit du dir vorstellen kannst, wie das Ganze am Körper aussieht. Und wenn du deinen allerersten Pullover häkeln willst: Mit der T-Form bist du schnell durch, brauchst kaum Maße und kannst dich ganz entspannt an die Grundlagen herantasten, ohne gleich in Technik-Chaos zu versinken.

    So, und jetzt geht’s weiter, denn es gibt noch viele andere Formen, die deutlich spannender sind. Aber die T-Form? Die ist die Basis.


    Pullover mit überschnittener Schulter

    Und jetzt kommt die zweite Variante, die im Englischen oft als „drop shouldered sweater“ bezeichnet wird. Im Grunde ist das auch ein Pullover in T-Form – nur etwas anders zusammengesetzt.

    Illustration eines hellblauen T-Shirts mit kurzen Ärmeln auf weißem Hintergrund. Das schlichte Design vermittelt einen klaren und lässigen Eindruck.

    Dieser Pullover besteht allerdings aus 4 Teilen- nicht nur aus 2 Teilen:

    • ein Rechteck für das Rückenteil,
    • ein identisches Rechteck für das Vorderteil,
    • und zwei gleich großen Rechtecken für die Ärmel.

    Diese Teile werden einfach zusammengenäht: oben an den Schultern und seitlich unter den Armen. Fertig.

    Du häkelst dazu einfach nur Hin- und Rückreihen, ohne Zu- oder Abnahmen, setzt die 4 Teile zusammen – und hast ein tragbares Kleidungsstück.

    Was diesen Pullover besonders macht: Die Schultern sind gerade. Also wirklich gerade. Da gibt’s keine Schräge, einfach eine Linie von Ärmel zu Ärmel. Das sieht ein bisschen so aus, als wäre der Pullover für jemanden gemacht, der den ganzen Tag mit ausgestreckten Armen herumläuft. 😄

    Noch ein paar typische Merkmale des Pullovers mit überschnittener Schulter:

    • Der Halsausschnitt ist vorne und hinten gleich: Du musst also nicht überlegen, wo vorne oder hinten ist.
    • Brust und Hüfte haben die gleiche Breite : Der Pullover ist oben genauso weit wie unten.
    • Die Schultern haben keine Neigung: sie verlaufen flach und gerade.

    Das macht den Schnitt super einfach, aber auch kastig. Viele Designer*innen starten mit genau dieser Form, weil sie so unkompliziert ist. Und manche bleiben sogar dabei, weil sie sich kreativ austoben können, ohne sich mit komplizierten Berechnungen herum schlagen zu müssen.

    Wenn du also Lust hast, einen Pullover zu häkeln, der dich nicht mit Zu- und Abnahmen überfordert: dann ist der ‚Pullover mit überschnittener Schulter‘ eine tolle nächste Stufe nach der T-Form. Nachteil ist, das du die Einzelteile zusammen nähen musst.

    Bleistiftzeichnung einer lächelnden Person mit langen Haaren, die einen Pullover und eine Hose trägt. Die Hände sind in die Hüften gestemmt, was eine selbstbewusste und fröhliche Haltung vermittelt.

    Ein Pullover-Typ, der komplett ohne Zusammennähen auskommt, stelle ich dir als nächstes vor…


    Raglan-Pullover

    Wenn du schon ein bisschen mit Pulloverformen experimentiert hast, wirst du früher oder später über den Begriff „Raglan“ stolpern. Klingt erstmal wie ein ausgedachter Name. Tatsächlich gibt es aber eine spannende Geschichte zu diesem Schnitt.

    Was ist ein Raglan?

    Ein Raglan ist ein locker sitzendes Kleidungsstück mit schrägen Schulterlinien, bei dem die Ärmel in einem Stück bis zum Halsausschnitt reichen. Das heißt: Keine klassischen Schulternähte, sondern eine durchgehende Linie von der Achsel bis zum Hals. Dadurch entsteht eine ganz eigene Form und vor allem: viel Bewegungsfreiheit.

    Es gibt zwei verschiedene Typen von Raglan- Pullovern:

    Klassischer Raglan

    • Die Linien verlaufen gerade von oben nach unten.
    Zeichnung einer lächelnden Person mit langen Haaren, die einen gemusterten Pullover trägt. Der Zeichenstil ist einfach und verspielt und vermittelt eine fröhliche Stimmung.

    Angepasster / Compound Raglan

    • Die Linien sind in Stufen gegliedert, wodurch die Form an Schultern und Brust angepasst wird.
    Skizze einer fröhlich wirkenden Person mit strubbeligem Haar, die mit in die Hüften gestemmten Händen steht. Sie trägt einen Pullover.

    Kennst du diese Pulloverform schon? Oder hast du vielleicht selbst schon einen Raglan gehäkelt?


    Pullover mit Rundpasse

    Einfache Illustration eines hellblauen Langarmshirts mit rundem Ausschnitt. Ein Ärmel ist ausgestreckt, was einen lässigen Stil vermittelt.

    Ja, die Rundpasse. Das ist wirklich mein absoluter Lieblingspullover-Typ! Ich liebe sie einfach. Sie ist nicht so simpel wie die T-Form. Bei der Rundpasse muss ich rechnen, planen, Zunahmen verteilen. Aber genau das macht sie so faszinierend. Sie hat diesen Wow-Effekt, dieses „Oh mein Gott, wie schön ist das bitte?!“

    Im Gegensatz zur T-Form, die einfach gerade verläuft, und zum Raglan mit vier Zunahmepunkten, wird die Rundpasse rund um den Halsausschnitt geformt: Mit vielen kleinen, gleichmäßig verteilten Zunahmen. So entsteht ein sanfter, runder Ausschnitt. Es entsteht ein Kreis der immer breiter wird, bis genug Maschen für Ärmel und Brust vorhanden sind.

    Das Besondere an einer Rundpasse:

    Die Rundpasse wird nahtlos gearbeitet und kann, wenn du alles gut ausgemessen und berechnet hast, richtig perfekt sitzen. Die T-Form schafft das nie, da fehlt einfach die Formgebung. Und ja, das Verteilen der Zunahmen ist manchmal knifflig. Aber genau das liebe ich daran 💪🏼.

    Ich arbeite meine Rundpassen übrigens lieber von oben nach unten: o habe ich die Passform besser im Griff und kann ihn zwischendurch anprobieren den Pullover. Und psst: Eine anfängerfreundliche Version ohne großes Muster(Nur aus einfachen Maschen wie halben Stäbchen oder festen Maschen) ist schon in Planung. Die wird richtig schön: Versprochen!


    Pullover mit eingesetzten Ärmeln

    Pullover mit eingesetzten Ärmeln unterscheiden sich deutlich von Raglan- oder T-förmigen Pullovern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Schulterschrägung und der Armkugel.

    • Bei eingesetzten Ärmeln wird der Körper separat vom Ärmel gearbeitet. Der Ärmel erhält oben eine rund geformte Kugel, die exakt ins Armloch passt.
    • Dadurch entsteht eine anatomisch korrekte Schulterlinie, die sich dem Körper viel besser anpasst als die gerade Linien bei T-Form oder Raglan.
    • Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich gute Passform, wie du sie vielleicht von hochwertigen Kaufpullovern kennst.

    Diese Konstruktion ist design- technisch anspruchsvoller, aber ideal für alle, die Wert auf einen guten Sitz und maßgeschneiderter Look legen.

    Ich selbst habe mich häkeltechnisch noch nicht an diesen Typ gewagt, aber er steht definitiv auf meiner Liste. Aktuell liegt mein Fokus auf Rundpasse- und Raglan-Pullovern. Aber irgendwann kommt auch der eingesetzte Ärmel dran.

    Pullover mit Sattelschulter

    Die Sattelschulter ist für mich eine richtig interessante Konstruktion. Sie besteht aus einem länglichen Schulterstreifen, der Vorder- und Rückenteil verbindet. Die Ärmel setzen seitlich an diesem Streifen an. Dieser Streifen kann (aber muss nicht) sogar schon Teil des Ärmels sein und wird einfach weitergeführt. Das ergibt eine schöne, betonte Schulterpartie, die sich super für Muster eignet. Ich liebe diesen Effekt!

    Was die Sattelschulter besonders macht: Sie kombiniert Eigenschaften anderer Pullovertypen.

    • So könnte ich beispielsweise einen T-Pullover so umbauen, das dieser auch eine Sattelschulter bekommt.
    • Im Gegensatz zur Rundpasse, die rund um den Hals zugenommen wird, bleibt die Sattelschulter kantiger und geradliniger. Aus einer Rundpasse lässt sich kein Sattelschulter- Pullover machen.
    • Allerdings gibt es Raglan- Pullover, die mit einer Sattelschulter kombiniert werden.

    Mit der Sattelschulter lässt sich also so mancher Pullover- Typ noch verändern.

    Damit ihr euch diese Konstruktion besser vorstellen könnt, habe ich euch zwei Strickanleitungen rausgesucht, die die Sattelschulter richtig schön zeigen:

    Leider gibt’s im Häkelbereich kaum Anleitungen dazu. Ich finde: Das schreit förmlich nach einem neuen Projekt. Und ja, ich denke schon darüber nach, wie man das häkeltechnisch umsetzen könnte. Die Idee ist da: Jetzt fehlt nur noch die Zeit 😅.


    Sonderformen und Varianten

    Es gibt aber noch viel mehr Pullover- Typen. Ich liste euch nur mal kurz ein paar davon auf und verlinke euch eine Beispiel- Anleitung:


    Fazit und Ausblick

    👉 Damit hast du einen Überblick über die wichtigsten Grundformen und einige Varianten. Jede dieser Konstruktionen hat ihren eigenen Reiz . Von mir wird es zu den wichtigsten Pullover- Typen einen weiteren Artikel geben. Dort erfährst, was die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen ist und wem welcher Pullover besonders gut steht.

    Bleib unbedingt dabei!

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