Schlagwort: Fehler beim Pullover häkeln

  • Du machst keine Maschenprobe? 7 unterschätzte Konsequenzen für deinen Häkelpulli!

    Du machst keine Maschenprobe? 7 unterschätzte Konsequenzen für deinen Häkelpulli!

    Lesedauer 7 Minuten

    Du machst keine Maschenprobe? Dann solltest du wissen, welche 7 unterschätzten Konsequenzen das für deinen Häkelpulli haben kann 😬🧶. Viele überspringen die Maschenprobe, weil sie „nur schnell loshäkeln“ wollen oder denken, dass es schon irgendwie passen wird. Aber nein – die Maschenprobe entscheidet über Passform, Fall, Komfort und am Ende darüber, ob du deinen Pullover liebst oder frustriert in die Ecke wirfst. Und genau deshalb schauen wir uns heute an, was wirklich passiert, wenn du sie weglässt.

    Dir geht die Wolle aus

    Vielleicht wunderst du dich jetzt: „Hä? Wieso sollte mir denn bitte die Wolle ausgehen? 🧶😳“ Naja… das passiert schneller, als du denkt – nämlich dann, wenn du keine Maschenprobe machst und einfach drauflos häkelst. Wenn du also jemand bist wie ich, der in der Anleitung liest: „Du brauchst 10 Knäuel“, und dann sicherheitshalber 11 kaufst – ja, dann kann es trotzdem passieren, dass dir die Wolle ausgeht. ❌ Nicht, weil du falsch gezählt hast. Sondern weil die Ausgangslage nicht stimmt.

    Denn: Der Garnverbrauch in einer Anleitung ist kein Ratespiel 🎯. Den rechne ich als Designerin sauber aus. Ich schaue mir eine bestimmte Fläche meines Pullovers an 📏, wiege dieses Stück ⚖️, prüfe die Lauflänge der Wolle 🧶 und kann so berechnen, wie viel Garn man für den ganzen Pullover braucht. Das ist tatsächlich pure Mathematik – Flächenberechnung, Gewicht, Dreisatz ✨. Klingt trocken, ist aber super exakt. Und die Basis dafür ist immer die Maschenprobe. ✅

    Wenn du lockerer oder fester häkelst als ich, verändert sich automatisch dein Garnverbrauch 🧶. Häkelst du fester, brauchst du oft mehr Garn, weil dein Werk dadurch dichter und kompakter wird, du aber trotzdem z. B. die gleiche Ärmellänge erreichen willst 📏. Häkelst du sehr locker, kann der Verbrauch ebenfalls abweichen – je nach Muster sogar überraschend stark 😅. Und genau deshalb passiert es: Du folgst brav der Anleitung… und am Ende ist dein letztes Knäuel leer, während der Ärmel noch zur Hälfte fehlt ❌. Alles nur, weil vorher keine Maschenprobe gemacht wurde.

    Dein Pulli wird zu klein

    Jetzt kommen wir zu einer der häufigsten und gleichzeitig frustrierendsten Folgen: Dein Pulli wird einfach zu klein 😬. Und zwar immer dann, wenn du fester häkelst als die Maschenprobe vorgibt 🧶. Viele sagen dann gern so Sätze wie: „Ach komm, eine Masche hin oder her macht doch keinen Unterschied.“ Doch – macht es. Einen gewaltigen sogar ⚡. Ich hab’s dir mal kurz vorgerechnet: Wenn die Anleitung von 22 Maschen auf 10 cm ausgeht, du aber in Wirklichkeit 23 Maschen auf 10 cm häkelst, schrumpft dein Brustumfang mal eben von 95 cm auf knapp 91 cm 📏. Das sind 4 cm weniger – und das spürst du spätestens dann, wenn du den Pulli anziehen willst.

    Und genau da wird’s unangenehm 😬. Der Halsausschnitt wird zu eng, die Ärmel schneiden in der Achsel ein, und an der Brust sitzt das Teil so fest, dass du dich eher wie eine Presswurst fühlst 🥴, statt wie jemand in einem schönen, selbstgemachten Pullover 🧶✨. Das ist kein Zauberwerk, kein Geheimnis und schon gar kein Fehler in der Anleitung – das ist einfach reine Mathematik 📏. Und je größer das Projekt ist, desto stärker wirken solche Abweichungen. Bei einer Handstulpe fällt eine Masche Unterschied kaum auf 🙃. Aber bei einem Pullover? Da kann die Folge tatsächlich sein, dass dein Pulli 2 Nummern kleiner wird. 😅

    Je fester du häkelst, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Pulli steif wird 🪡. Das hängt natürlich ein bisschen vom Garn ab und wie extrem du von der ursprünglichen Maschenprobe abweichst 🧶. Aber das Risiko ist immer da ⚠️. Und genau deshalb liebe ich Mathe so sehr 📏 – man kann sich alles vorher ausrechnen und spart sich später die Tränen 😅. Oder das Gefummel, sich aus einem zu engen Halsausschnitt zu befreien 🫣.

    Dein Pulli wird zu groß

    Ein zu großer Pulli entsteht, wenn du weniger Maschen pro 10 cm häkelst, als die Maschenprobe vorgibt 🧶. Das bedeutet: Du häkelst lockerer – und das macht sich sofort in den Maßen bemerkbar 📏. Nehmen wir wieder das Beispiel mit einem Brustumfang von 95 cm und einer Vorgabe von 22 Maschen auf 10 cm. Kommst du aber nur auf 21 Maschen auf 10 cm, wird dein Pulli bereits deutlich weiter ➕. Denn die eigentlich vorgesehenen 209 Maschen ergeben bei deiner lockereren Maschenprobe plötzlich 4,5 cm mehr Umfang. Das kann schon einen riesigen Unterschied machen 😅.

    Und wenn man das Ganze weiterdenkt, wird’s richtig heftig 😳: Bei 3 Maschen weniger (also 19 statt 22 pro 10 cm) wächst dein Pulli sogar auf über 110 cm Brustumfang 📏. Das ist dann nicht mehr „leicht oversize“ – das ist „passt jetzt deinem Ehemann“ 😯. Und ja: Durch lockeres Häkeln kann dein Oberteil sogar einen schöneren Fall bekommen ✨.

    Aber Fakt bleibt: Er wird zu groß ⚠️. Egal wie traumhaft der Fall ist – wenn deine Maschenprobe zu locker ist, wird das Teil größer, als die Anleitung vorsieht.

    Der Pulli wird zu löchrig

    Wenn du zu locker häkelst, wird dein Pullover… na ja, löchriger. Klar, Häkelmaschen haben ohnehin ein bisschen Luft zwischen sich, aber wenn du es übertreibst, wird dein Pulli plötzlich richtig luftig. Im Sommer vielleicht ganz nett – fast schon Strandfeeling 🌴😎 – aber eigentlich häkelst du ja nach Anleitung, weil du willst, dass dein Pullover so aussieht wie auf dem Foto. Und häkelst du zu locker, dann sieht er am Ende einfach anders aus. Vielleicht schön, vielleicht nicht, aber definitiv nicht wie dein Wunschpullover. Also: Zu locker gehäkelt = mehr Löcher = anderer Look. Punkt. ✨

    Dein Pulli wird zu steif

    Dass dein Pulli zu steif wird, kann zwei Hauptgründe haben: Du häkelst zu fest – oder du hast einfach das falsche Garn erwischt. Gerade sehr dicke Garne oder bestimmte Baumwollgarne (die eher für Topflappen, Körbchen oder Deko gedacht sind) machen Kleidung schnell hart und unbeweglich. ABER: Solche Garne kann man durchaus „retten“ – nämlich mit großen Maschen und viel Lochmuster.

    Eine Frau mit langen braunen Haaren steht im Freien, trägt eine blaue gehäkelte Weste und ein schwarzes Shirt. Sie lächelt sanft, vor einem Gewächshaus und einem Camper. Ruhige, ländliche Umgebung.

    Genau so ist damals auch meine Lace-Muschel-Weste entstanden 😅. Die Wolle war für einen Pullover völlig ungeeignet, aber im luftigen Muschel- Muster hatte sie plötzlich einen richtig schönen Look. Falls du also noch so einen Knäuel-Dauerparker 🧶 bei dir rumliegen hast, der seit Monaten (oder Jahren…) auf DAS perfekte Projekt wartet – versuche dich mal an der Lace- Muschel- Weste!

    Wenn du Kleidung häkelst, brauchst du nämlich ein Garn, das einen schönen Fall hat, sich gut bewegt und nicht bretthart wird beim Häkeln. Und falls du wissen willst, wie man solche Garne erkennt: Dazu habe ich einen eigenen Blogartikel („Diese Wolle ruiniert deinen Häkelpullover“) geschrieben – da erkläre ich ganz genau, worauf du achten musst. 👉✨

    Du erkennst viel zu spät, dass du die falsche Wolle gewählt hast 😅🧶

    Wenn du einen Pullover häkelst und vorher eine Maschenprobe machst (ja, ich weiß… niemand mag sie, aber sie ist Gold wert! 😉), dann bekommst du schon einen ersten Eindruck davon, ob das Garn überhaupt zu deinem Projekt passt. Du siehst sofort, wie das Muster mit genau diesem Garn wirkt. Manche Garne lassen Strukturmuster perfekt herauskommen – z. B. glatte Merino-Garne ✨. Und andere, wie flauschige Alpakagarne, verwischen jedes Muster. Das kann super sein, wenn du genau diesen soften, verwischten Look willst. Wenn du aber schön definierte Maschen möchtest, ist Flausch halt einfach der Endgegner. Das erkennst du alles schon an der kleinen Maschenprobe. 👀

    Die Maschenprobe zeigt dir aber noch viel mehr als nur Optik: Du siehst auch, ob du damit überhaupt auf die benötigte Maschenprobe kommst. Ich hatte schon ein Garn, da hätte ich so fest häkeln müssen, um die Maschenprobe zu erreichen, dass das ganze Stück später bretthart geworden wäre. 🙈 Also: anderes Projekt daraus gemacht – Problem gelöst. Genau das ist deine erste Mini-Vorschau darauf, wie dein späterer Pullover fällt, wie weich er wird und ob das Garn überhaupt zum Design passt.

    Und dann gibt es noch den Gefühlstest. Die Maschenprobe ist perfekt dafür. Viele halten sie an die empfindliche Stelle am Handgelenk oder direkt an den Hals, wenn sie wissen, dass sie dort sensibel sind. Wenn’s kratzt, piekst oder sich einfach nicht gut anfühlt, weißt du sofort: „Okay, für einen Pullover ist dieses Garn raus.“ 🙅‍♀️ Ich hab mir früher mal einen Schal aus reiner Alpaka-Wolle gestrickt (weil: hat sich so weich angefühlt 😍) – und er hat mich ständig gepiekst. Seitdem teste ich vorher IMMER.


    Wenn du keine Maschenprobe machst, wird dein Pullover selbst zur Maschenprobe 🤭🧶

    Es gibt tatsächlich ein Prinzip, bei dem du keine Maschenprobe machst – der Pullover selbst ist dann deine Maschenprobe. Das funktioniert bei Strickpullis erstaunlich gut, und ich habe schon öfter überlegt, ob man das beim Häkeln auch übertragen kann. Der Haken: Du musst bereit sein, wieder aufzuribbeln. Und das geht wirklich nur, wenn du ein Garn verwendest, das sich leicht auftrennen lässt. Flauschige oder sehr alpaka-mäßige Garne sind da eher die Endgegner 🥲 – die kletten sich fest und machen jeden Rückweg schwer. Glatte Garne sind für dieses Prinzip viel besser geeignet.

    Wenn du also ohne Maschenprobe loshäkelst, brauchst du Hintergrund-Wissen und musst zwischendurch ständig anprobieren. 🫣 Sonst häkelst du blind nach irgendeiner Anleitung und hast am Ende zwar einen Pullover – aber vielleicht einen, der aussieht wie eine Zeltplane oder wie ein hautenges Kompressionsshirt. Alle Konsequenzen, die ich vorher erwähnt habe, treffen dann natürlich zu: falsche Größe, falscher Fall, falsches Gefühl auf der Haut… außer du probierst ständig an und ribbelst wieder und wieder und wieder. Und ja, das kann nerven, aber es kann funktionieren.

    Ich überlege wirklich, dieses Konzept mal ganz bewusst zu testen – also einen Häkelpullover ohne Maschenprobe zu häkeln und zu schauen, ob dieses Strick-Prinzip auch mit Häkelmaschen funktioniert. Mich würde total interessieren, ob du darauf Lust hättest! 🤩 Schreib mir unbedingt einen Kommentar, ob du dazu eine Anleitung möchtest – oder noch besser: einen Kurs, bei dem ich dich Schritt für Schritt an die Hand nehme. Natürlich erst, nachdem ich selbst gründlich getestet habe, ob das zuverlässig klappt. Keine Sorge: Deine Daten im Kommentarbereich sehe nur ich – und ich mache damit rein gar nichts. 💛

    Ohne Maschenprobe wird’s ein Glücksspiel – und selten ein Hauptgewinn 🎰🧶

    Wenn du dir die sieben Konsequenzen so anschaust, wird schnell klar: Eine Maschenprobe ist nicht dein Feind, sondern deine kleine Geheimwaffe 💪🧶. Sie zeigt dir vorher, wie dein Garn fällt, ob es kratzt, ob das Muster überhaupt sichtbar ist und ob dein Pullover später wirklich passt. Du sparst dir damit unnötiges Aufribbeln, Frust und Zeit – und bekommst am Ende ein Teil, das du wirklich gern trägst. Also lieber ein paar Minuten in die Maschenprobe investieren, statt später stundenlang die Konsequenzen auszubaden 😉💛.

    Falls dich das Thema Häkelpullover noch mehr interessiert, empfehle ich dir meinen Blogartikel „Fehler beim Häkeln von Pullovern vermeiden“.

  • Fehler beim Häkeln von Pullovern vermeiden – 7 Tipps

    Fehler beim Häkeln von Pullovern vermeiden – 7 Tipps

    Lesedauer 7 Minuten

    Fehler beim Häkelpullover vermeiden: 7 Gründe, warum er nicht passt


    Ich könnte diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich nicht selbst all diese Fehler bei Pullovern gemacht hätte. Heute zeige ich dir, wie du genau diese Fehler vermeidest – damit dein nächster Pullover wirklich passt.
    Nachdem ich eine Kinderdecke und ein paar kleine Sachen für meine Kinder gehäkelt hatte, wollte ich endlich mal etwas für mich häkeln- ein richtiges Kleidungsstück.

    Und dann sah ich sie: eine wunderschöne kostenlose Anleitung für eine Jacke aus dünner Sockenwolle.
    Ich dachte nur: „Wow, die ist perfekt, die muss ich unbedingt nachhäkeln.“

    Damals war ich überzeugt, dass mir Rot besonders gut steht – weil ich mir eingebildet hatte, ein „Herbsttyp“ zu sein. Tja, das war schon mein erster Fehler.

    Der zweite folgte sofort: Ich hatte noch überhaupt keine Ahnung, wie man eine Passform richtig anpasst. Das Ergebnis? Oberarme, die viel zu voluminös geraten sind, und unter den Achseln ein Zuviel an Stoff, das Falten schlägt wie ein schlecht sitzendes Zelt.

    Es war meine allererste Häkeljacke. Ich liebe sie trotzdem – und zu Hause trage ich sie immer noch als meine „Wohlfühl-Jacke“. Aber ganz ehrlich? Unter Leute würde ich mich damit nicht trauen.

    Und ich weiß: So geht es vielen.
    Du wählst eine Farbe, die im Garnladen glitzert und verlockend aussieht, aber zuhause merkst du, dass sie dir überhaupt nicht steht. Oder du stellst beim ersten Anprobieren fest: Der Pulli sitzt wie eine Wurstpelle oder hängt schlaff herunter wie ein Kartoffelsack.

    Wenn du Glück hast, landet das Stück noch als Kuschelteil auf dem Sofa. Oft aber verschwindet es frustriert im Kleiderschrank – zu schade zum Wegwerfen, zu peinlich zum Tragen.

    Und das passiert nicht nur Anfängerinnen!
    Auch Menschen, die seit Jahren häkeln und schon zig Projekte geschafft haben, tappen immer wieder in dieselben Fallen. Viele glauben sogar: „Pullover können beim Häkeln gar nicht besser passen, das ist halt so.“

    Aber das stimmt nicht.
    Es gibt Spielraum. Und auch wenn Häkeln nicht ganz so flexibel ist wie Stricken – du kannst unglaublich viel rausholen.

    Genau deshalb möchte ich dir heute die 7 Hauptgründe zeigen, warum Häkelpullover oft nicht passen – und wie du diese Fehler vermeidest, damit dein nächster Pulli ein echtes Lieblingsteil wird.


    Dein Körper ist keine Konfektionsgröße – miss an dir selbst!

    Sag mal, wie machst du das? Wenn du eine neue Anleitung in der Hand hast?
    Fragst du dich: „Hm, mir passt doch immer Größe M – also nehme ich auch hier M, das wird schon passen?“
    Oder schaust du auf den Brustumfang in der Anleitung? Denkst „Das ist mein Brustumfang! Das passt dann schon“, und häkelst einfach los?

    Vielleicht folgst du auch dem Tipp, den viele Designerinnen geben:
    Du holst dir einen gut sitzenden Pullover aus dem Schrank, misst ihn aus, vergleichst die Werte mit der Anleitung – und legst los.

    Klingt alles logisch, oder?
    Kann aber zum größten Fehler führen, den du machen kannst.

    👉 Du musst deine Maße direkt an deinem Körper nehmen.
    Nicht an einem gekauften Pulli, nicht nur deinen Brustumfang, sondern an dir selbst alle wichtigen Maße.

    Und du musst wissen, welche Maße wirklich wichtig sind.
    Ja, der Brustumfang ist wichtig – aber nur darauf zu achten reicht nicht. Damit wird dein Pullover zu einem Lotterie- Spiel: Meistens wird er nicht richtig passen.

    Ich selbst hatte vor eine paar Jahren ein Aha-Erlebnis:
    In einem Forum habe ich eine Strickdesignerin (mit Erfahrung im Maßnehmen für den perfekten Pullover) befragt. Ich wollte von ihr wissen, ob es wirklich sein kann, dass meine Schultern Konfektionsgröße S haben, meine Brust aber M und meine Hüfte schließlich in Richtung L geht.

    Und weißt du was? Sie hat geantwortet: „Ja, das ist sehr gut möglich“.
    Seitdem weiß ich: Mein Körper passt in keine Schablone. Und genau deshalb darf mein Häkelpulli auch nicht einfach „Größe M“ sein.

    Blind der Anleitung vertrauen ist der Anfang vom Ende

    Häkelst du einfach blind nach Anleitung? ❌ Großer Fehler.

    Denn dein Körper hält sich nicht an die Größenlogik einer Designerin.
    Du musst genau schauen, an welcher Stelle du deine Größe wechselst – vielleicht fängst du mit S an den Schultern an, gehst über zu M an der Brust und landest bei L an den Hüften. Oder umgekehrt.

    Und genau dafür brauchst du die Erkenntnisse aus Fehler Nr. 1: „Dein Körper ist keine Konfektionsgröße – miss an dir selbst!“.

    Es reicht eben nicht, eine Anleitung stur „runterzuhäkeln“ wie ein Kochrezept.
    👉 Du musst sie anpassen. Größen mischen, Übergänge planen, hier und da ein paar Maschen zu- oder abnehmen.

    Klar, das klingt erst mal nach „Rumgedoktere“. Aber genau dieses Anpassen macht am Ende den Unterschied zwischen einem Pulli, der im Schrank versauert, und einem Pulli, den du voller Stolz trägst.

    Und ich weiß: Das ist nichts für absolute Anfänger.
    Dafür solltest du schon wissen, wie man Zu- und Abnahmen häkelt – und keine Angst davor haben, auch mal eine Anleitung für dich umzuschreiben.

    Wie geht’s dir damit? Wie gefällt dir der Gedanke? Schreib mir das in die Kommentare!

    Maschenprobe ignoriert? Dann kannst du auch Lotto spielen.

    Der schlimmste Fehler, den du machen kannst? ❌
    Die Maschenprobe ignorieren.

    Ich weiß, du denkst jetzt vielleicht Das habe ich schon 1.000 Mal gehört!“ Es wird aber auch immer noch 1.000 Mal zu oft falsch gemacht. Deshalb ist die Maschenprobe in meinen Anleitungen immer wieder ein Thema. Und das hat einen guten Grund: Ohne Maschenprobe ist dein Pulli reine Glückssache.

    Viele denken für die Maschenprobe reicht es: ein 10 cm×10 cm Stück zu häkeln, einmal kurz messen, fertig.

    Was viele vergessen:
    👉 Du musst die Probe waschen, trocknen und nochmal messen.
    👉 Du solltest auch am wachsenden Häkelstück immer wieder nachmessen und kontrollieren, ob die Maße noch passen.

    Die Wahrheit ist nämlich: Dein gesamter Pullover ist sonst am Ende eine große Maschenprobe.
    Merke dir das: Wenn du die kleine Maschenprobe ignorierst, dann wird dein Pulli automatisch zur großen Maschenprobe – mit all den bösen Überraschungen, die das mit sich bringt.

    Ich könnte da jetzt noch genauer werden aber – das alles sprengt hier den Rahmen.
    Aber glaub mir: Das ist so wichtig, dass ich dazu noch einen eigenen Artikel schreiben werde.

    Für dich hier und heute reicht die wichtigste Erkenntnis:
    👉 Ohne Maschenprobe kannst du gleich Lotto spielen.

    Falsches Garn = Pulli für die Tonne

    Über die richtige Garn- Wahl habe ich schon einmal in einem Artikel zum Thema Kinderkleidung geschrieben – und vieles davon gilt genauso für Erwachsene. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung, worauf du achten solltest.

    👉 Die richtige Garnstärke
    Das Garn sollte von der Stärke (Dicke) her zu deiner Anleitung passen. Klingt banal. Aber das ist in Deutschland gar nicht so einfach. Und ich werde dazu auch noch einen Blogartikel schreiben, damit es dir beim nächsten Mal einfacher fällt das richtige Garn zu finden.

    👉 Das Tragegefühl
    Ein Garn, das kratzt oder in dem du sofort schwitzt, ist ein No-Go. Dein Pullover soll ein Wohlfühlteil werden – nicht ein Teil, das du nach zehn Minuten wieder ausziehst.

    👉 Der Maschenproben-Test
    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Schon in der Maschenprobe zeigt sich, ob ein Garn wirklich geeignet ist.

    Ich erinnere mich noch genau an einen Pulli, den ich häkeln wollte. Mit der Wolle habe ich zwar die Maschenprobe „hinbekommen“. Die Zahlen haben also gestimmt. Aber das Ergebnis? Viel zu steif. Für einen Pullover, der schön fallen sollte, völlig ungeeignet.

    Kurz gesagt: Es geht nicht nur darum, ob du die Maschenprobe irgendwie erreichst. Es geht darum, wie sich das Garn verhält. Ob es einen schönen Fall hat oder ob es dein Pulli später aussehen lässt wie eine Ritter- Rüstung🤣(ich weiß etwas übertrieben, aber ich fand den Vergleich einfach nur klasse) .

    Wenn du tiefer einsteigen willst: Im oben verlinkten Kinderartikel findest du schon viele Tipps, und bald folgt noch ein ausführlicher Beitrag speziell zur Frage: Welches Garn eignet sich am besten für Pullover?

    Zwischenanprobe? Ohne bist du aufgeschmissen.

    „Diesen Fehler machen wahrscheinlich die wenigsten“, denkst du vielleicht. Aber auch eine Zwischenanprobe muss richtig gemacht werden. Ich habe es einmal nicht richtig gemacht 🥹. Den Pulli habe ich bis heute nicht getragen und schwanke zwischen „Ich ziehe ihn an – außer mir sieht das eh keiner“ und „Ich will es aber perfekt haben!“

    Was habe ich bloß falsch gemacht? Ich habe den Pullover erst ganz zum Schluss gewaschen 🙈. Die schönen Brustabnäher saßen vorher perfekt, aber danach viel zu weit unten.

    Deshalb: Denk daran, den Pullover zwischendurch während des Strick- oder Häkelprozesses zu waschen. So kannst du sicherstellen, dass die Passform auch nach dem Waschen noch perfekt bleibt.

    Um die Passform während des Strick- und Häkelprozesses optimal zu überprüfen, empfehle ich Top-Down-Pullover und -Jacken. Diese Oberteile werden von oben nach unten gestrickt oder gehäkelt.

    Schau dir dazu das Video von meinem Étoile Sweater auf Instagram an (Video wird noch veröffentlicht). Hier siehst du ein Vorher-Nachher von meinem Sternenmuster-Pullover. Hättest du das gedacht?

    Waschen verändert ALLES – auch deine Maschenprobe.

    Dass es Sinn macht, den Pullover zu waschen, weil sich das Garn durchs Waschen verändert, habe ich dir bereits erklärt. Aber Waschen ist nicht nur während der Entstehung deines Pullovers sinnvoll, sondern schon viel früher.

    Ob du das passende Garn und die richtige Häkelnadel gewählt hast, zeigt dir deine Maschenprobe. Vergiss nicht, die Maschenprobe ebenfalls zu waschen.

    Manchmal merkst du, dass das Garn überhaupt nicht zur Anleitung passt.

    Außerdem empfehle ich, die Maschenprobe vor und nach dem Waschen auszumessen. Notiere beide Werte und halte sie griffbereit, während du deinen Pullover häkelst oder strickst.

    Denn es kann passieren, dass dein Pullover plötzlich eine andere Maschenanzahl pro Zentimeter und Reihe aufweist. Das fällt dir jedoch nur auf, wenn du deine Maschenprobe schon vor dem Waschen ausgemessen hast.

    Und damit dein Pullover trotz korrekter Maschenprobe perfekt sitzt, solltest du immer deinen ungewaschenen Pullover mit der ungewaschenen Maschenprobe abgleichen.

    Du musst wissen, welche Körperform du hast

    Jetzt kommt ein Fehler, den selbst viele Strick- und Häkelexperten machen. Doch du kannst ihnen keinen Vorwurf machen, denn in der deutschen Literatur über Stricken und Häkeln wird dieses Thema nur am Rande behandelt.

    Meist wird in Frauenzeitschriften darüber geschrieben, ob du Typ Apfel oder Birne bist. Oder hast du gar eine A oder H- Form?

    Das ist alles nicht ganz unwichtig, wenn es um die beste Passform für deinen Pullover geht. Aber noch wichtiger sind deine Schultern.

    Welche Silhouette bildet deine Schulter?

    • Hast du eine schräge Schulter?
    • Hast du eine gerade Schulter?

    Wenn du eine schräge Schulter hast und eine Anleitung für eine gerade Schulter nachhäkelst, wird sie dir nicht richtig passen. Das kann dazu führen, dass sich unter den Achseln zu viel Stoff sammelt. Eine Followerin schrieb mir dazu: „Ich bin manchmal unzufrieden mit den Ärmeln unter den Achseln, weil sie oft zu dick sind. Allerdings ist das bei deinen Anleitungen nicht der Fall.“

    Wenn sie das hier liest, hat sie vielleicht herausgefunden, warum manche Pullover ihr nicht passen.

    Alle anderen Formen wie A, H, Birne oder Apfel kannst du anhand deiner Körpermaße bestimmen. Soll ich zu diesen Figurtypen einen weiteren Blogartikel verfassen?


    Fazit: Dein Häkelpullover kann passen – richtig gut sogar!

    Alle 7 Fehler, die ich dir gezeigt habe, sind absolut vermeidbar. Und das Beste? Du musst dafür keine Profi-Designerin sein. Mit ein wenig mehr Wissen darüber, worauf es beim Maßnehmen ankommt, der richtigen Garnwahl und der Anpassung der Anleitung entsteht ein Pullover, der nicht nur perfekt sitzt, sondern den du auch wirklich gerne trägst.

    Denn ein gut sitzender Häkelpullover ist kein Hexenwerk. Es ist einfach das Ergebnis von ein paar klugen Entscheidungen und dem Mut, deine eigene Körperform ernst zu nehmen. Du verdienst ein Kleidungsstück, das dich nicht nur wärmt, sondern auch stolz macht.


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    Wichtig: In diesem Kurs lernst du nur, wie du deine Körpermaße richtig erfasst – wir häkeln noch keinen Pullover. Aber mit diesem Wissen bist du perfekt vorbereitet für alles, was danach kommt.

    Ein größerer Kurs, in dem wir gemeinsam einen Pullover häkeln, ist schon in Planung.


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